Nahtinstrumente

In der Medizin kommen unterschiedliche chirurgische Hilfsmittel wie Nahtinstrumente zum Einsatz.

Welchen davon speziell in der Oralchirurgie und Parodontologie eine besondere Bedeutung beigemessen werden, das erfahren Sie im aktuellen Blogbeitrag!


Nadelhalter

Nadelhalter sind chirurgische Instrumente, die bei Operationen zum Nähen von Wunden und in manchen Fällen auch zum Verknoten von Fadenenden eingesetzt werden.

Sie unterstützen Operateurinnen und Operateure bei der präzisen Handhabung und Kontrolle von chirurgischen Nadeln.

Das schlanke Design der Nahtinstrumente ermöglicht einen spannungsfreien Wundverschluss selbst in tiefen und schlecht erreichbaren Operationsgebieten.

Im Gegensatz zu einer manuellen Nadelführung verringert der Nadelhalter zudem das Verletzungsrisiko durch Stichverletzungen und somit mögliche Keimübertragungen.

 

Ausführungen

In der Grundform lassen sich Nadelhalter mit Fasszangen vergleichen. 

In der Praxis unterscheidet man dazu grundsätzlich zwei verschiedene Formen von Nadelhaltern: 

Nadelhalter mit Sperre
© Ustomed

Nadelhalter mit Sperre

Die Nadelhalter mit einer Sperre besitzen eine Arretierung, ein doppelt ausgeführtes Scharnier. Dieses sichert die Nadeln zum Schutz gegen ein ungewolltes Öffnen des Nahtinstruments. Auf diese Weise kann sich auch der Faden nicht am Nadelhalter verfangen und das Nahtinstrument gewinnt an Stabilität.

Bei einem Nadelhalter werden die Nadeln zwischen den langen Backen eingespannt.

Die Oberflächenbeschaffenheit dieser Backen ist häufig fischgräten- oder waffelartig und ist dem Durchmesser der Nadeln angepasst. Auf diese Weise wird ein Verrutschen der Nadeln verhindert.

Nadelhalter ohne Sperre

Nadelhalter ohne Sperre verlangen der Operateurin/dem Operateur ein größeres Geschick ab.

 

Die Handhabung des Nahtinstruments ist ohne Sperre deutlich schwieriger, da hierbei die Nadel stetig mit Druck fixiert werden muss.

Nadelhalter ohne Sperre
© Ustomed

Nahtinstrumente als Multifunktionswerkzeuge

Wenige Nadelhalter, wie der von Olsen-Hegar, haben eine Schere hinter den Haltebecken integriert, sodass Fäden am Ende des Nähprozesses ohne Wechsel des Instruments durchtrennt werden können. 


Anwendungsgebiete

Gynäkologie
Mayo-Hegar Nadelhalter
© Ustomed

In der Gynäkologie kommt häufig der älteste aller heute noch gebräuchlichen Nadelhalter zum Einsatz: der Nadelhalter nach Mayo-Hegar. 

Dieser eignet sich besonders für das Setzen von Ligaturen in tiefen und schmalen Operationswunden.

Kieferorthopädie
Mathieu Nadelhalter
© Ustomed

In der Kieferorthopädie findet häufig der Nadelhalter nach Mathieu Anwendung. 

Der Nadelhalter zeichnet sich speziell durch seine schnelle und einfache Handhabung aus. Das Nahtinstrument eignet sich optimal für fortlaufende Nähte, bei denen ein häufiges Umgreifen notwendig ist.

Mikrochirurgie
Castroviejo Nadelhalter
© Ustomed

In der Mikrochirurgie hingegen wird vom Nadelhalter nach Castroviejo Gebrauch gemacht. 

Der Nadelhalter ist ideal für mikrochirurgische oder parodontalchirurgische Eingriffe ab einer Fadenstärke von 6/0 oder 7/0.


Pinzetten

Pinzetten gehören in der Reihe der Nahtinstrumente zu den Fassinstrumenten. 

Speziell in der Medizin stellen sie für Ärztinnen und Ärzte ein nützliches Operationstool dar. 

Sie werden zum Einbringen und Entfernen von Materialien ins Operationsgebiet verwendet und dienen der Fixierung von Wundrändern und Gewebe

Zudem können mit den Nahtinstrumenten sehr feine Strukturen wie Blutgefäße gefasst, aber auch Hautlappen gedehnt werden.

Ausführungen und Anwendungsgebiete

In der Praxis unterscheidet man drei verschiedene Arten von Pinzetten, die alle samt verschiedene Formen aufweisen. 

Zahnärztliche Pinzette
© Ustomed

Zahnärztliche Pinzetten

Zahnärztliche Pinzetten weisen ein quer geriffeltes oder gebogenes Arbeitsende ohne Zahnung auf und verfügen über eine geriefte, abgewinkelte Spitze. 

Die zahnärztlichen Pinzetten sind aus rostfreiem Edelstahl und können so problemlos gereinigt und desinfiziert werden.

 

Anatomische Pinzetten

Anatomische Pinzetten können ein gerades oder gebogenes Arbeitsende aufweisen. Sie verfügen über abgerundete Haltebacken mit Querillen, die sich perfekt zum Greifen von Verbandsmaterial und feinem Gewebe eignen. 

Diese atraumatischen Pinzetten eignen sich hingegen nicht, um einen starken Zug auf das mobilisierte Gewebe auszuüben. Erfasste Strukturen können zudem leicht aus der Pinzette herausrutschen.

Anatomische Pinzette
© Ustomed
Chirurgische Pinzette
© Ustomed

Chirurgische Pinzetten

Chirurgische Pinzetten verfügen über ein gerades Arbeitsende mit spitzen Greif- und Haltebacken, die mit Zacken versehen sind. Diese Zacken greifen beim Schließen der Pinzetten perfekt ineinander, was sich perfekt zum sicheren Verschieben und Greifen von faserreichem Gewebe und Hautstrukturen eignet. 

Hingegen eignen sich chirurgische Pinzetten weniger zum Fassen von leicht verletzlichen Strukturen. 

Das Nahtinstrument kommt in der Regel im mikrochirurgischen und parodontal-chirurgischen Arbeitskontext zur Anwendung, wird aber auch in der Anatomie oder Allgemeinmedizin eingesetzt.


Scheren

Scheren gehören in der Reihe der Nahtinstrumente zu den Schnittinstrumenten und sind vielfältig einsetzbar. 

Sie helfen behandelnden Ärztinnen und Ärzten beim Durchtrennen von Operationshilfsmaterial, wie Drainageschläuchen oder Verbands- und Nahtmaterialien.

Zudem können diese aber auch zum Ziehen von Fäden oder Schneiden von Gewebeteilen verwendet werden. 

Abbildung einer Schere als Schnittinstrument und Operationshilfsmaterial.

Ausführungen

Aufgrund der vielseitigen Einsatzgebiete in der Medizin weisen Scheren unterschiedliche Formen auf und werden sowohl in gerader als auch in gebogener Form eigesetzt. 

Grundsätzlich ist jedoch die Ausführung der Schneideblattspitzen entscheidend. 

Scheren werden entweder …

stumpf-stumpf (st-st)

spitz-spitz (sp-sp) oder

stumpf-spitz (st-sp)

… hergestellt.

Die Schliffart wird in Abhängigkeit der Platzverhältnisse im Operationsgebiet bzw. der Beschaffenheit des Gewebes gewählt.


Varianten und Anwendungsgebiete

Chirurgische Scheren

Chirurgische Scheren kommen bei nahezu allen chirurgischen Eingriffen zum Einsatz. Als Nahtinstrumente dienen sie vorzugsweise zum Schneiden von medizinischen Hilfsmitteln.

Oralchirurgie

In der Oralchirurgie wird vor allem von spitzen Scheren Gebrauch gemacht. 

Diese eignen sich vor allem zum Schneiden und Präparieren von Hilfsmaterialien und Gewebe

Schere aus der Oralchirurgie
© Ustomed
Mikro- und Parodontalchirurgie

Für sehr kleine Anwendungsfälle der Mikro- und Parodontalchirurgie kommen spezielle mikrochirurgische Scheren zum Einsatz.

Schere aus der Mikrochirurgie
© Ustomed

Präparierscheren

Die gängigsten Präparierscheren sind die „Cooper-Schere“, die „Metzenbaumschere“ und die „Mayo-Schere“.

Cooper-Schere

Die „Cooper-Schere“ zeichnet sich durch ihre gebogenen Branchen und der abgestumpften Spitze aus. Sie eignet sich vor allem für exakte Präparationen und feines, dünnes Gewebe.

Cooper-Schere
© Aesculap

Metzenbaumschere

Die „Metzenbaumschere“ lässt sich durch ihren langen Griff und den kurzen Klingen kennzeichnen. Sie wird vor allem für tiefe Schnitte verwendet.

Metzenbaumschere
© Ustomed
Mayo-Schere

Die „Mayo-Schere“ ist eine sehr robuste Schere mit nach außen gekehrten Schneiden. Das Nahtinstrument kommt bevorzugt bei dickem Gewebe wie Faszien zur Anwendung.

Mayo-Schere
© Ustomed

Scheren und chirurgisches Nahtmaterial

Chirurgisches Nahtmaterial lässt sich hervorragend durch die Nutzung von entsprechenden Scheren kürzen.

Visualisierung von resorbierbarem Nahtmaterial, eines Nadelhalters und einer Pinzette als Beispiel für Nahtinstrumente in der Zahnmedizin.
Resorbierbare Fäden sollten, um die Resorption von überstehendem Nahtmaterial zu vermeiden, aufs Maximale gekürzt werden. 
Visualisierung von nicht resorbierbarem Nahtmaterial, eines Nadelhalters und einer Pinzette als Beispiel für Nahtinstrumente in der Zahnmedizin.
Nicht resorbierbare Fäden sollten auf eine Länge von 4-6mm gekürzt werden, um unangenehmes Stechen der Fadenenden zu vermeiden.

Weiterführende Links

 

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Dr. Anke Benoit MSc.

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