Wundverschluss – Definitionen und Formen

Was ist ein Wundverschluss und was versteht man darunter?

Verletzungen – sie steigen mit zunehmendem Alter und sind oftmals sehr schmerzhaft. Häufig ausgelöst durch äußere Faktoren oder chirurgische Eingriffe, stellen sie eine große Herausforderung für den menschlichen Körper dar. In vielen Fällen entstehen dabei Wunden. Um den Körper vor Keimen und Fremdkörper zu schützen, bedarf es einer schnellen Wundbehandlung. Klaffen die Wundränder dabei auseinander, muss die Wunde verschlossen werden. Doch was versteht man eigentlich genau unter einem Wundverschluss?

Diese 2 Arten von Wundverschlüssen sollten Sie kennen!

Das Bild liefert weitere Informationen zum Thema Wundverschluss.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Wundverschlüssen: Den körpereigenen und den medizinischen Wundverschluss.

Bei der körpereigenen Wundheilung wird die betroffene Stelle mit Hilfe eines Gerinnsels von innen heraus geschlossen und der Blutfluss gestillt. Dieser als Hämostase bezeichneter Prozess ist für den menschlichen Organismus lebensnotwendig.

Bei einer unterstützenden medizinischen Behandlung wird die Wunde chirurgisch verschlossen. Durch das Zusammenführen der Wundränder wird die Heilung begünstigt und möglich auftretende Wundkomplikationen werden erschwert.

Die Wundbehandlung kann dabei auf unterschiedliche Arten und Weisen erfolgen. Diese lassen sich unter anderem je nach Zeitpunkt, Infektionsgrad, Beschaffenheit der Wundränder oder Durchblutung klassifizieren.

Die Grundformen des Wundverschlusses – primärer- und sekundärer Wundverschluss

Man unterscheidet die Grundformen – primärer und sekundärer Wundverschluss – und weitere Formen wie den temporären- und plastischen Wundverschluss.

Primärer Wundverschluss

Ein primärer Wundverschluss kennzeichnet einen umgehenden Verschluss von frischen Wunden, die typischerweise durch äußere Faktoren im Alltag auftreten. Bezeichnend dafür sind Schnitt- und Platzwunden. Auch aseptische Operationswunden werden durch Primärverschlüsse behandelt.

Zur Anwendung des primären Wundverschlussverfahrens müssen spezielle Voraussetzungen erfüllt sein. Es muss sich um eine frische Wunde handeln, die nicht länger als 6-8 Stunden alt ist. Eine Ausnahme stellen dabei Verletzungen im Gesicht. Zudem muss die Wunde infektionsfrei sein, sie muss glatte Wundränder aufweisen und eine gute Durchblutung beinhalten. Ein spannungsfreier Verschluss der Wunde muss hierbei unbedingt möglich sein.

Wunden dieser Art weisen nur einen sehr geringen Verlust des betroffenen Gewebes auf und sind in der Regel nach 4-6 Stunden verschlossen.

Sekundärer Wundverschluss

Anders verhält es sich bei Wunden, die einer sekundären Form der Behandlung bedürfen. Hierbei handelt es sich um Wunden, die meistens sehr tief und großflächig sind und deren Entstehung länger als 8 Stunden her ist.

Die sekundäre Verschlusstechnik findet bei klaffenden und infizierten Wunden Anwendung, die durch einen starken Gewebsverlust und eine schlechte Durchblutung gekennzeichnet sind. Bezeichnend für sekundäre Wundverschlüsse sind chronische Wunden, offene Frakturen oder Wunden, die infolge von Hauterkrankungen auftreten. Speziell bei infizierten Blessuren ist eine offene Heilung notwendig, damit Eiter oder Wundexsudat nach außen abfließen können. Hierbei kann die Wundheilung bis zu drei Monaten dauern.

Das sekundäre Verschlussverfahren stellt eine aufgeschobene, dem natürlichen Heilungsprozess der Haut nachgelagerte Behandlungstechnik dar. Hierbei erfolgt der Wundverschluss erst 4-10 Tage nach Auftreten der Wunde. In dieser Zeit heilt das posttraumatische Ödem etwas ab und die Wunde füllt sich mit Granulationsgewebe. Dieses neugebildete Bindegewebe ist von sehr feinen Blutgefäßen durchzogen und fördert die Bildung der neuen Haut.

Weitere Formen des Wundverschlusses

Neben der primären und sekundären Verschlusstechnik gibt es auch noch weitere Wundverschlussformen: Zu ihnen zählen der temporäre- und der plastische Wundverschluss.

Ein temporärer Wundverschluss erfolgt dann, wenn ein endgültiger Verschluss der Wunde noch nicht möglich ist. Dafür werden Hautersatzmaterialien oder PVA-Schwämme eingesetzt, um die Wunde vor eindringenden Keimen zu schützen. Sie finden speziell Anwendung, wenn es sich um Verbrennungs-, Defekt-, infizierte- oder chronische Wunden wie Ulcus cruris handelt.

Bei plastischen Wundverschlüssen wird die Wunde mithilfe von Hauttransplantaten gedeckt. Diese Form von Wundverschlüssen findet häufig Anwendung bei der Versorgung von Wunden, die aufgrund von vorheriger Bestrahlung schlechte Heilungstendenzen aufweisen. Auch besonders tiefe Wunden, die bis zum Knochen reichen, werden mithilfe von Transplantaten behandelt.

Das Bild beschreibt weitere Wundverschlussformen.

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